Zum Projekt

DESIGN THINKING KIDS BOOKLET +++ Das Booklet dokumentiert die Höhen, Tiefen und Ergebnisse der Arbeit des Design-Thinking-Kids-Club im Sommerhalbjahr 2016 an der Berlin Bilingual Secondary School. Wenn Sie Interesse an dem Booklet haben, können Sie es auf www.design-kids.net bestellen oder einfach eine e.mail an rose@roseapple.net schreiben +++ DESIGN THINKING KIDS BOOKLET

Der Design-Thinking-Kids-Club möchte Schülern kreatives Selbstbewusstsein und praktische Designmethodik vermitteln, damit sie selber als Gestalter ihrer Umwelt aktiv werden können. Nicht nur weil das gut ist für die Schüler. Sondern weil wir ihre Ideen brauchen.

Warum haben alle immer Hunger und wie können wir uns einen eigenen Essenautomaten für die Schule bauen? Wie können wir den Flur in einen gemütlichen Pausenraum verwandeln, ohne dass Möbel die Fluchtwege versperren? Wohin mit den vielen Dingen die keinen Platz haben und darum immer rumliegen?

Für diese oder andere kleine bis große Probleme werden Schüler der bilingualen Sekundarschule in Lichtenberg im Design-Thinking-Kids–Club in wöchentlichen Workshops Lösungen erfinden und umsetzen.

Dabei gehen sie vor wie Designer: Erst genau rausfinden, was das Problem ist und dann gemeinsam die Ideen sprudeln lassen. Die besten Ideen werden sofort gebaut, denn dabei denkt man mit den Händen weiter. Wenn der erste Prototyp steht, kann man mit Anderen darüber reden und testen ob er funktioniert.

Woran der Club arbeitet, entscheiden die Schüler. Egal ob ein Objekt, ein Raum oder ein Ereignis das Ergebnis ist – wichtig ist die Erkenntnis, dass unsere Umwelt formbar ist. Ich kann sie gemeinsam mit anderen gemütlicher, praktischer, sinnvoller oder sogar gerechter gestalten.

Hintergrund

Kinder und Jugendliche haben oft das Gefühl wenig Gestaltungsfreiheit in ihrer Umwelt zu haben. Nicht nur Eltern und Pädagogen, auch Politiker und Marketing Strategen möchten mitentscheiden was Kinder essen, anziehen, lernen, mit wem sie zusammenkommen und in welchen Räumen sie leben. Gestalterische Entscheidungen beschränken sich oft auf reine Geschmacksfragen: Welche Farbe willst du? Aber Kinder können mehr als Farben auswählen und Design kann mehr als Oberflächengestaltung.

Schon vor fast hundert Jahren fragten die Bauhäusler: Wie können wir die Welt für alle besser gestalten? Auch wenn keiner mehr an die große Utopie glaubt, bleibt die Frage aktuell. Heute gehen Designer allerdings davon aus, dass sie diese Frage nicht mehr allein für die Menschen beantworten können, sondern nur mit ihnen. Designer haben angefangen gemeinsam mit ihren Nutzern die Welt zu gestalten.

Und siehe da, die Utopie ist doch nicht tot. Kleine, lokale Projekte, die im Kollektiv umgesetzt werden sprießen überall aus dem Boden. Menschen pflegen Baumscheiben, organisieren Einkaufsgemeinschaften, gründen Schulen oder bauen genossenschaftlich. An konkreten Aufgaben wachsen Konsumenten zu Prosumern (Consumer + Producer) heran und Designer nehmen dabei die Rolle von Moderatoren und Prozessgestaltern ein. Können wir mit diesem Ansatz auch junge Menschen aus der passiven Konsumhaltung herausholen, und sie selbst zu Gestaltern ihrer Umwelt werden lassen? Das möchten wir gerne herausfinden.

Vielen Dank an die Schulleitung der Berlin Bilingual Secondary School mit denen das Projekt inhaltlich entwickelt wurde und den Projektfonds Kulturelle Bildung der Stadt Berlin, die dieses Projekt großzügig unterstützen.